Jan Böhmermann hört mit «ZDF Magazin Royale» auf

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Jan Böhmermann hört mit «ZDF Magazin Royale» auf

Jan Böhmermann
© Rolf Vennenbernd/dpa

Satiriker plant neue Show

Mainz (dpa) - Nach mehr als sechs Jahren hört der Satiriker Jan Böhmermann zum Jahresende mit seiner Show «ZDF Magazin Royale» auf. Das Magazin werde am 18. Dezember nach mehr als 187 Sendungen und zahlreichen Auszeichnungen, darunter der Grimme-Preis, der Deutsche Fernsehpreis und der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, in der bisherigen Form auslaufen, teilte das ZDF mit. Man befinde sich «aktuell in guten Gesprächen mit Jan Böhmermann zu einem möglichen neuen Show-Konzept», hieß es weiter.

Böhmermann sagte einem Medienbericht zufolge auch seine für Anfang 2027 geplante Tournee mit dem aus seiner Show bekannten Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld ab. Laut Branchendienst DWDL.de haben die meisten Mitarbeitenden der Sendung projektbezogene Verträge. Zwar sei es möglich, dass sich Böhmermann und das ZDF auf eine weitere Zusammenarbeit über das Jahresende hinaus einigen, hieß es weiter. Vorerst jedoch laufe der 2025 nur um ein Jahr verlängerte Vertrag aus. Daher auch die Absage der Tour.

ZDF: Gemeinsam neues Show-Kapitel aufschlagen

ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke sagte: «Mit seiner Mischung aus Satire und Investigation stößt das "ZDF Magazin Royale" regelmäßig wichtige Diskurse in der Öffentlichkeit an - und ist zu Recht preisgekrönt.» Man würde sich freuen, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Böhmermann fortzusetzen und gemeinsam ein neues Show-Kapitel aufzuschlagen.

Über Inhalte der neuen Show gab es zunächst keine weiteren Informationen. Über das Ergebnis der Gespräche werde das ZDF zu gegebener Zeit informieren, hieß es weiter.

Schon in diesem Jahr war «ZDF Magazin Royale» deutlich seltener als in den Vorjahren zu sehen. Mit einer Frühjahrs- und einer Herbststaffel waren 22 Folgen vorgesehen, in den vergangenen Jahren waren es jeweils 33 Episoden.

Böhmermann: «Ich möchte noch mal eine andere Sendung machen»

Böhmermann selbst sagte laut ZDF-Mitteilung: «Ich möchte noch mal eine andere Sendung machen.» Der 45-Jährige ist bekannt für seinen provokanten Witz und klare Positionen. Neutral sind seine Sendungen nicht, des Öfteren stoßen sie Debatten an. Fans schätzen ihn gerade dafür, seine Kritiker hingegen weniger.

Seine Sendungen lösten auch Rechtsstreitigkeiten aus: So hatte Böhmermann in einer Sendung im Jahr 2022 dem damaligen Chef des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, zu große Nähe zu einem Verein mit angeblichen Kontakten zu russischen Geheimdiensten vorgeworfen. Schönbohm wurde daraufhin von seinem Posten abberufen. Das Oberlandesgericht (OLG) München untersagte dem ZDF mehrere Aussagen über Schönbohm, die im «ZDF Magazin Royale» und später auf zdf.de getätigt wurden.

Böhmermann stellt sich breiter auf

Es ist nicht das erste Mal, dass die Show-Formate von Böhmermann im ZDF weiterentwickelt werden. Gestartet im Jahr 2013 als «Neo Magazin» und später für knapp fünf Jahre als «Neo Magazin Royale» auf ZDFneo, kam das «ZDF Magazin Royale» 2020 ins Hauptprogramm des ZDF.

In den vergangenen Jahren war bereits zu merken, dass der 45-Jährige sein Schaffen breiter aufstellt. Seit Mitte Juli ist die fünfte Staffel von «Böhmi brutzelt» (ZDFneo) zu sehen. Daneben ist er zusammen mit Olli Schulz im Podcast «Fest & Flauschig» zu hören.

Auch an Kunstausstellungen hat er sich schon versucht. Vor knapp einem Jahr zeigte er im Berliner Haus der Kulturen der Welt die Ausstellung «Die Möglichkeit der Unvernunft». In ihr waren unter anderem Hass-Parolen auf Postkarten zu sehen. Die Ausstellung stehe auch für eine Kommunikation, die sich ändern müsse, sagte Böhmermann.

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